Peter LITVAI - WERKSCHAU20 Peter LITVAI - WERKSCHAU20
Landshuter Zeitung, 11. November 2020
Feuilleton


Roberta De Righi
BEWAHRER DES ALLTAGS

Peter Litvai ist zwar kein schwelgerischer Romantiker, aber er liebt symbolische Bilder. So wie seine Aufnahme, auf der man von unten auf eine hölzerne Treppe blickt, eine weiße Wand mit Rechtecknischen und einem nach unten hängenden Wandleuchter. Minimalistisch, pittoresk und ein bisschen seltsam. Das Foto entstand auf Schloss Lichtenhaag bei Landshut und wurde auf den Kopf gestellt.

Wie auch das Jahr 2020 vieles auf den Kopf gestellt hat. Die Fotografie ist nun Teil seiner Werkschau des vergangenen Jahres, die Litvai online präsentiert. Der Schauraum im Ainmillerhof, den er auch als Foto-Atelier nutzt, ist keine kommerzielle Galerie, deshalb hat er seit November geschlossen. Die Werkschau hängt zwar dennoch an den Wänden und ist von außen weitgehend zu betrachten. Besser kann man sie allerdings auf der Galerie-Homepage sehen, dort kann man sich durch alle ausgestellten Lichtbilder klicken – und sie auch erwerben.

Wiederum war Litvai 2020 unterwegs, um alte Gemäuer in Landshut und Umgebung zu dokumentieren, ehe sie umgebaut oder abgerissen werden – und sie so vor dem Vergessen zu retten. Etwa die alte Maschinenfabrik im Nikola-Viertel oder das elegante Gründerzeit-Wohnhaus in der Papiererstraße. Noch herrscht in den leeren Räumen ein Durcheinander von Relikten, die von der Vergangenheit erzählen. Doch beides wird nun renoviert, umgebaut und/oder umgenutzt.
Auch die klare, funktionalistische Architektur eines Wohn- und Geschäftshauses aus den 1960er Jahren vom Landshuter Baumeister Karl Foerstl in der Schwimmschulstraße kommt auf den Aufnahmen gut zur Geltung. Dieses hielt hingegen niemand für erhaltenswürdig, obwohl es das Gebäude, wie Litvai betont, absolut wert gewesen wäre.

Mitunter fand er auch skurrile Alltags-Arrangements vor wie das leere Schwimmbecken einer Abriss-Villa, in dem später zusätzlich ein runder Swimming Pool aufgestellt wurde. Schon während des ersten Lockdowns war Peter Litvai viel unterwegs zum Fotografieren, und jeden Tag stellte er ein anderes Foto auf die Galerie-Website. Nun ist eine Auswahl dieser Bilder erneut zu sehen.

Ob der Müll auf einer Treppe im City Center oder die zusammen-geschobenen, nackten Schaufensterpuppen – die Tristesse des Shutdowns wird darin auch sichtbar. Aber Litvai hielt die Realität nicht nur mit einem geschärften Sinn für Symbolik, sondern auch mit Humor fest. So wie bei der Herrentoilette des Passauer Stadttheaters, in dem zwei von drei Pissoirs mit Klebeband abgesperrt sind. Und ein Stillleben mit Alltagsmaske und Pappbecher im Pavillon auf der Landshuter Ringelstecherwiese dokumentiert die angenehmere Seite des Corona-Alltags für die Zeit danach.
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PREISLISTE


FineArt Prints auf
Hahnemühle Aquarellkarton 450g


M / P / S / Z
30 x 45 cm
Auflage 1 + 1 AP
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C
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Auflage 1 + 1 AP
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MMXX
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Auflage 1
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